page titel

Eine nachhaltige Entwicklung von Photovoltaik in Tunesien: die Qualität macht den Unterschied

Wie ist der Photovoltaik-Sektor in Deutschland organisiert? Welche Qualitätssicherungsmechanismen gibt es, um die Qualität und Nachhaltigkeit der PV-Anlagen zu garantieren? Und was benötigt Tunesien noch, um eine funktionierende Qualitätsinfrastruktur im PV-Sektor aufzubauen? All diesen Fragen standen im Zentrum einer einwöchigen Studienreise, die vom 23. – 29. Juni zwischen Braunschweig, Berlin und Frankfurt stattgefunden hat.

Die Teilnehmenden der Studienreise waren Vertreter und Vertreterinnen der unterschiedlichsten Institutionen Tunesiens – Institutionen, die für den Aufbau und die Entwicklung einer leistungsfähigen Qualitätsinfrastruktur im tunesischen PV-Sektor von existentieller Bedeutung sind: die Energieagentur ANME, die Strom- und Gasgesellschaft STEG, das Industrie- und Energieministerium MIPME, das Handelsministerium, der Verbraucherschutz ODC, das Institut für Normung und Zertifizierung INNORPI, der Industrieverband für Photovoltaik CSPV und das PV-Prüflabor CETIME.

Ziel der Studienreise war es, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen aufzuzeigen, wie die verschiedenen Institutionen der QI in Deutschland im PV-Sektor positioniert sind: Welche Verantwortung haben sie und wie interagieren sie? Welche Aufgaben nehmen sie wahr? Und welche Bedarfe an die Qualitätsinfrastruktur für Photovoltaik bestehen, um die Qualität von PV-Anlagen sicherzustellen und das Vertrauen der Endnutzer in die Technologie zu stärken? All diese Faktoren können zu einer nachhaltigen Entwicklung von Photovoltaik in Tunesien beitragen. Die Studienreise wurde in enger Zusammenarbeit der beiden Projekte „Stärkung der Qualitätsinfrastruktur für Photovoltaik“ der PTB und „Stärkung des Solarmarktes“ der GiZ – im Auftrag des BMZ – organisiert.

Der Besuch der PTB in Braunschweig, bei der die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die neuartige DSR Methode zur Erstkalibrierung von Referenz-Solarzellen kennengelernt haben, bildete den Auftakt der Studienreise. In Berlin standen das Prüflabor für PV-Module PI Berlin, ein Austausch mit dem Bundesverband Solarwirtschaft und der Gesellschaft für Sonnenenergie sowie ein Besuch des BMWi auf dem Programm. In Frankfurt lernten die Teilnehmenden beim DKE und VDE alle Details über die Prüfung von PV-Wechselrichtern und die wichtigsten Normen für PV-Module kennen. Die Besichtigung einer 300 kW PV-Anlage im rheinland-pfälzischen Ramstein, bildete den krönenden Abschluss der Studienreise.

 

Der Sonnenschein und die Hitze Tunesiens wurden direkt mit in den Koffer gepackt und auf die Studienreise mitgenommen: während der ganzen Woche herrschten hochsommerliche Temperaturen, was sicherlich nicht zuletzt zu der großartigen Stimmung unter den Beteiligten beigetragen hat. Nach der Rückkehr in ihr Heimatland wollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nun eine Adhoc-Gruppe ins Leben rufen: In dieser Gruppe werden sie diskutieren, wie die Einführung einer stichprobenartigen Prüfung von PV-Modulen in Tunesien aussehen kann.