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Jahrestreffen der Evaluierungseinheiten deutscher Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit 2020 in der PTB

Am 6. und 7. Februar begrüßte die PTB gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Vertreterinnen und Vertreter der Evaluierungseinheiten deutscher Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Braunschweig zum traditionellen Jahrestreffen. Über 60 Gäste aus staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen nahmen teil, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich Evaluierung auszutauschen. Auf den ersten Blick scheint es ein Treffen der eher ungewöhnlichen Art für die PTB zu sein. Doch auf den zweiten Blick wird schnell ersichtlich, wie gut das Thema Evaluierung zur PTB als Ausrichterin des diesjährigen Treffens passte. Neben dem allgemeinen Austausch zu Evaluierung und Vernetzung der Teilnehmenden, drehte sich zwei Tage lang alles um die Themen „Lernen aus Evaluierungen“ und „Evaluierungskultur“.

 

 

Die PTB ist seit über 60 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit im Auftrag des BMZ tätig. Zum kompletten Projektzyklus gehören neben der Planung und Durchführung auch die Evaluierung von Projekten. Dabei geht es nicht nur um eine Art Überprüfung der erreichten Ergebnisse und Wirkungen, sondern auch um das Generieren von wichtigen Lernerfahrungen für zukünftige Projekte. Das Thema „Lernen“ nahm so dieses Jahr einen großen Teil der Diskussionen ein.

 

 

Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten der PTB, Prof. Dr. Ullrich, der die Wichtigkeit dieser Art von Netzwerk- und Austauschtreffen betonte, ergriff die Leiterin des Evaluierungsreferates des BMZ Frau Pragua das Wort. Sie unterstrich die Bedeutung des Themas „Lernen aus Evaluierungen“, um Ergebnisse aus Evaluierungen optimal nutzen zu können. Den thematischen Einstieg machten BMZ und DEval, das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit, mit einem gemeinsamen Vortrag zu „Lernen aus Evaluierungen – politische Bedeutung und aktuelle Praxis“.

 

 

Dieses Thema wurde anschließend aktiv und in einer guten Diskussionsatmosphäre in Kleingruppen vertieft. Dabei wurden Fragen diskutiert wie: Wie kann (projekt-)übergreifendes Lernen aus Evaluierungen in einer Organisation gewährleistet und gefördert werden? Wie lernen auch unsere Projektpartner*innen aus Evaluierungen? Zusätzlich gab es regen Austausch zu Evaluierungsmethoden und -tools sowie potenziellen Lernerfahrungen für andere Organisationen und anregende Diskussionen zum Spannungsverhältnis zwischen Rechenschaftspflicht und Lernen. Nach viel Zeit zum Gespräch klang der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in der Braunschweiger Innenstadt in entspannter Atmosphäre aus.

 

 

Am Freitagmorgen traten die Gäste der Nichtregierungsorganisationen mit Beiträgen zu zivilgesellschaftlicher Evaluierungskultur in den Vordergrund. Anschließend wurde in einer Paneldiskussion die Frage „Was ist eine gute Evaluierungskultur“ näher beleuchtet. Auch hier waren sich schnell alle einig: Evaluierungen müssen als Chance zu verbesserter Projektimplementierung gesehen werden sowie als Teil einer kritischen Organisationskultur und einer gelebte Fehlerkultur von der Leitungsebene unterstützt werden.

 

 

Einen wichtigen thematischen Beitrag leistete die Leiterin der Evaluierungseinheit der OECD, Frau Kennedy‑Chouane, mit einem Einblick in die Überarbeitung der OECD DAC Evaluierungskriterien. Neben den bisher fünf verpflichtenden Evaluierungskriterien in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Relevanz, Effizienz, Effektivität, Wirkung und Nachhaltigkeit) wird zukünftig das Kriterium Kohärenz aufgenommen. Über den Besuch von Frau Kennedy-Chouane freuten sich die Teilnehmenden besonders, um die Diskussionsprozesse auf internationaler Ebene aus erster Hand zu erfahren. Zum Abschluss nutzte Herr Dr. Ulbig (Leiter Abteilung 9, PTB) die Gelegenheit die Arbeit der PTB und die für den Nachmittag geplanten Laborbesuche näher vorzustellen. An diesen nahmen viele Interessierte teil, bevor sich die Gruppe wieder in alle Teile Deutschlands verstreute. Nach zwei spannenden Tagen herrschte Einigkeit unter allen Teilnehmenden: eine gelungene Veranstaltung sowie viel Platz für anregende Diskussionen und wertvollen Austausch.