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Myanmar – Technische Zusammenarbeit in einem Land, von dem man schwärmen kann

Für zwei Wochen hatte ich im Januar die Gelegenheit, Myanmar während einer Dienstreise zu entdecken. Myanmar gilt nicht nur als beliebtes Reiseziel bei Urlaubern, es rückt auch zunehmend in den Fokus der internationalen Zusammenarbeit. Wenn ich erzähle, dass ich ein Projekt in Myanmar koordiniere, dann blicke ich oft in strahlende Augen – und das nicht nur bei meinen Kolleginnen und Kollegen. Myanmar ist für Jeden spannend, auch oder gerade in Aspekten der Qualitätsinfrastruktur.

Ökologisch produzierte Agrarerzeugnisse spielen in der Zusammenarbeit mit Myanmar eine wachsende Rolle – so wird der Alltag auf Dienstreisen mit vielen Ausflügen aufs Land sehr abwechslungsreich. Während eines verlängerten Aufenthaltes im Januar habe ich daher neben der Partnerorganisation in Yangon, dem wirtschaftlichen Zentrums Myanmars, auch lokale Kleinbauern und Verbände besucht, die in ländlichen Gebieten produzieren. Auf diese Weise habe ich sehr viel mehr von dem Land kennen gelernt, als nur die Besprechungsräume und Straßen der Großstädte, durch die man mit dem Taxi fährt. Besser als Worte können hier meine Fotos einen Einblick in die entlegenen Ecken Myanmars bieten.

Was hat mich nach Myanmar gebracht? Nach einer fast vier Jahrzehnte währenden politischen und wirtschaftlichen Isolation hat Myanmar einen beispiellosen Transformationsprozess mit weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Reformen eingeleitet. Seit 2011 gibt es im oftmals als »Goldenes Land« bezeichneten Myanmar eine zivile Regierung, die jahrelang für die Demokratisierung des Landes gekämpft hat. Jetzt möchte der südostasiatische Staat aufholen.

Die PTB unterstützt diesen Weg seit Beginn 2015 im Rahmen eines bilateralen Vorhabens zur Verbesserung der Qualitätsinfrastruktur. Als Koordinatin bin ich für dieses Projekt zuständig. Einige wichtige Fortschritte konnten wir schon erzielen: Besonders die Entwicklung des Verbraucherschutzes, für den viele Aspekte der Qualitätsinfrastruktur elementar sind, nimmt Fahrt auf.

Anfang 2017 hat hat die zuständige Prüfbehörde in Myanmar dramatischerweise Chili als gesundheitsschädlich eingestuft und großflächig vom Markt genommen. Inzwischen hat die Regierung ein Verbraucherschutzgesetz zur Lösung dieser Problematik ausgearbeitet und in Kraft gesetzt. Wir fördern nicht nur die Schaffung von qualitätssichernden Dienstleistungen, sondern schärfen auch das Bewusstsein bei politischen Interessenvertretern und der lokalen Bevölkerung. Wir zeigen auf, warum ein funktionierendes System der Qualitätsinfrastruktur essentiell für das tägliche Leben ist; nicht nur im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit.

Das »Goldene Land« holt auf: wirtschaftlich, ökologisch und schrittweise auch nachhaltig. Für mich persönlich bleibt es spannend, bei diesem Prozess mitwirken zu dürfen. Ich erzähle sehr gerne von meiner Arbeit in einem Land, bei dem viele ins Schwärmen geraten.