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Wasser auf die Qualitätsmühlen

Der Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 offiziell ein Menschenrecht. Doch wie können Verschmutzungen im Wasser entdeckt werden? Wer spürt die oft unsichtbaren Krankheitserreger im Wasser auf? Ein zentraler Bestandteil für eine erfolgreiche und vertrauenswürdige Prüfung der Wasserqualität sind Prüflabore. In der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) werden seit Jahren Eignungsprüfungen (Proficiency Testing – PT) für Wasserprüflabore angeboten. Das Botswana Bureau of Standards (BOBS) und NamWater aus Namibia organisieren jährliche PTs im chemischen und biologischen Bereich. Koordiniert werden diese vom regionalen Netzwerk SADCMET. Die PTB ist im Rahmen eines vom BMZ finanzierten Projekt als langjähriger Partner unterstützend tätig. Diese Unterstützung fügt sich in internationale Zielsetzungen ein. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung befasst sich im sechsten Ziel ausführlich unter anderem mit dem Zugang zu sauberem Wasser.

Im letzten Jahr haben insgesamt über 100 Labore an den beiden Eignungsprüfungen teilgenommen, zu denen ein abschließender Workshop inklusive Ergebnisdiskussion und Netzwerken gehört. Besonders erfreulich ist die Teilnahme von vielen Laboren außerhalb der SADC. Dies zeigt sowohl den guten Ruf des Wasser-PT als auch die hohe Relevanz in ganz Subsahara-Afrika. Als ein wichtiges Instrument der Qualitätskontrolle erlaubt PT den teilnehmenden Laboren, potentiellen Kunden ihre Eignung zu demonstrieren. Darüber hinaus können Prüflabore auf Grundlage der Ergebnisse gezielt Maßnahmen ergreifen, die die Qualität ihrer Dienstleistung verbessern können. Diese Qualitätssicherung von Prüflaboren ist auch im Wasserbereich von zentraler Bedeutung.

Auch international wird der Wasser-PT wahrgenommen: bei der internationalen Konferenz Eurachem wurde ein Poster von Merylinda Conradie und Justina Endjala – beide bei NamWater – ausgezeichnet. Für die nächste Runde im Jahr 2018 haben die Anbieter der chemischen Komponente angekündigt, dass sich die Eignungsprüfung komplett durch die Gebühren der teilnehmenden Labore tragen soll – ein tolles Zeichen für die Nachhaltigkeit und ein weiterer Schritt für den Zugang zu sauberem Wasser für die Region.