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Weltwassertag 2022: Das Unsichtbare sichtbar machen

Heute am 22. März wird auf dem gesamten Globus der Weltwassertag begangen. Jedes Jahr wird dabei ein anderer Aspekt der lebenswichtigen Rolle des Wassers beleuchtet. 2022 steht das Grundwasser im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Weltwassertag möchte so gewissermaßen das Unsichtbare sichtbar machen.

Doch nicht nur Grundwasser ist unsichtbar. Auch im Oberflächenwasser befindet sich mehr als sich mit bloßem Auge auf Anhieb erkennen lässt. Manches lässt sich mit Hilfe einer Lupe oder eines Mikroskops entdecken. So treten Bakterien, Bärtierchen und andere kleine Lebewesen zum Vorschein. Andere Inhaltsstoffe des Wassers können jedoch nur durch komplexe chemische Analyseverfahren nachgewiesen werden.

Da Wasser zugleich ein Lebensraum und ein Lebensmittel ist, gibt es für viele Inhaltsstoffe, die für Mensch und Umwelt problematisch sind, Grenzwerte. Deshalb ist es von elementarer Bedeutung, dass die Qualität von Analysen des Grund-, Oberflächen- und Leitungswassers genau und vertrauenswürdig ist. Dies ist leider nicht überall der Fall.

In Indien arbeiten die PTB und die Nationale Behörde für einen sauberen Ganges (National Mission For Clean Ganga, NMCG) seit 2018 gemeinsam an der Einführung einer Qualitätssicherung für die Überwachung der Wasserqualität des Ganges. Das Projekt schulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden und Labore in standardisierter Entnahme von Wasserproben in Fließgewässern und deren Untersuchung im Labor. Standardarbeitsanweisungen sorgen dafür, dass bei jeder Wasserprobe die gleichen Schritte angewandt werden und die so erhobenen Daten vergleichbar und zuverlässig sind – also die gleiche Qualität haben. Ausgewählten Laboren des Projektpartners wurden die Anforderungen der ISO-Norm für Prüflabore vermittelt. Mit zusätzlicher Unterstützung des NMCGs und der Weltbank konnten sich einige der Labore für diese Norm akkreditieren.

Trotz dieses wichtigen Schrittes stehen die Labore weiterhin vor großen Herausforderungen. In der COVID-19-Pandemie konnten viele geplante Maßnahmen des Projektes nur eingeschränkt oder gar nicht realisiert werden. Die sich stabilisierende Lage gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass dies im Zuge einer Folgephase ab Herbst dieses Jahres nachgeholt werden kann.

Foto © Patrick Dolle