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Drum prüfet was sich für (fast) ewig bindet | Schulung für Mitarbeitende von Zementprüflaboren in Berlin

1.350 Gramm Sand, 450 Gramm Zement und 225 Gramm Wasser werden sorgfältig abgewogen, nach einem streng festgelegten Verfahren gemischt und in den Testbehälter gefüllt. Die Reihenfolge der Zugabe der „Zutaten“ ist dabei ebenso wichtig wie die genaue Einhaltung von bestimmten Zeitabfolgen. Nach dem Trocknen kann die Festigkeit des Zements getestet werden. Die Norm, die dieses Verfahren regelt hat den etwas sperrigen Titel DIN EN 196-1:2016-11. Für Gosego Motukwa ist die Norm keine Unbekannte: „Wir nutzen in Botsuana die gleiche Norm“ sagt sie während sie Mörtelreste von dem Mischbehälter kratzt. Die Prüfung der Festigkeit von Zement ist zentral für den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher – nicht nur, aber besonders in Afrika. Der Kontinent erlebt einen regelrechten Bauboom. Damit Gebäude lange und sicher halten, ist die Qualität – und ihre Feststellung – des Zements zentral. Dabei spielen Prüflabore eine wichtige Rolle.

Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in solchen Prüflaboren zu schulen, hat die PTB mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zusammengearbeitet: Die oben beschriebene Prüfung war nur ein Teil eines fünftägigen Trainings für 18 Mitarbeitende und Mitarbeiter von Zementprüflabor aus sechs Ländern der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas. Die BAM hat für die Woche ein umfangreiches Programm organisiert und mit viel Einsatz durchgeführt. Wolfram Schmidt, der das Training aufseiten der BAM organisiert und koordiniert hat, erklärt die Bedeutung des Trainings: „Neben dem Austausch über best practices ist die Vernetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr wichtig.“ Diese können sich in Zukunft besser untereinander austauschen.

Teil der intensiven Woche war auch ein Workshop mit internationalen Expertinnen und Experten, bei dem Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert wurden, Baustoffe nachhaltiger herzustellen und zu nutzen. Krönender Abschluss der Woche war ein Besuch bei der PTB in Berlin. „Die von der BAM vermittelten Inhalte erlauben es uns, den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu verbessern und unsere Prüfdienstleistungen besser durchzuführen“ zeigt sich Stephen Chalimba vom nationalen Normungsinstituts Malawis mehr als zufrieden mit der Woche.

Die Veranstaltung ist Teil des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanzierten Projekts „Stärkung des regionalen Handels und Verbraucherschutzes in der SADC-Region“, das von der PTB umgesetzt wird.

 

 

Fotos © Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)