Guatemala ist ein bedeutender Kaffeeexporteur, der weltweit für die Qualität seines Kaffees und seiner charakteristischen Geschmacksnoten geschätzt wird. Diese Qualität hängt maßgeblich von der Nährstoffversorgung der Kaffeepflanzen ab, die direkt aus dem Boden stammt. Jedoch ist die Sicherung dieser Qualität mit Herausforderungen verbunden. Naturereignisse wie die Ausbrüche des Volcán de Fuego, der 2018 weite Gebiete mit Asche bedeckte, veränderten die Bodenzusammensetzung und führten zu Belastungen durch Schwermetalle. Gleichzeitig verbieten nationale Vorschriften die Einfuhr zertifizierter Bodenmaterialien, um das Einschleppen von Schädlingen und Krankheiten zu verhindern. Vor diesem Hintergrund wurde der Zugang zu verlässlichen Referenzmaterialien zu einer entscheidenden Voraussetzung, um die Qualität analytischer Untersuchungen sicherzustellen.
Ein entscheidender Wendepunkt war die 2017 begonnene Zusammenarbeit von Analab mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die einen Prozess zum Kapazitätsaufbau im Analab-Labor der Nationalen Kaffeevereinigung Guatemalas initiierte. In diesem bilateralen Projekt förderte die PTB gemeinsam mit weiteren Laboren des Landes Schulungen und die Kompetenzentwicklung zur Herstellung von Referenzmaterialien nach internationalen Standards wie ISO 17034 und ISO/IEC 17043.

Der Import von Bodenreferenzmaterialien war nicht möglich. Durch die technische Begleitung konnte Analab jedoch schrittweise Kompetenzen für die lokale Herstellung solcher Materialien aufbauen. Der Ansatz der PTB ermöglichte nicht nur den Wissenstransfer, sondern stärkte durch Vergleichsmessungen und Eignungsprüfungen auch das nationale Qualitätssystem.
Nach dem Vulkanausbruch im Jahr 2018 und auf Grundlage der bereits etablierten Zusammenarbeit entwickelte Analab zudem ein mit Schwermetallen angereichertes Referenzmaterial zur Validierung analytischer Fähigkeiten. Diese Erfolge wurden mit der Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 im Jahr 2018 sowie nach ISO 17034 im Jahr 2026 belohnt.

Als erfreuliches Ergebnis dieses Prozesses verfügt Guatemala heute über eigene Kapazitäten zur Herstellung von Bodenreferenzmaterialien, wodurch die Rückführbarkeit und Zuverlässigkeit analytischer Ergebnisse gestärkt werden. Analab hat sich als nationale Referenzeinrichtung in diesem Bereich etabliert und trägt sowohl zum Qualitätssystem als auch zum Umweltschutz bei. Darüber hinaus reicht das erworbene Wissen inzwischen über die Landesgrenzen hinaus: Es bestehen Kooperationen mit Laboren in Ecuador zur Herstellung von Referenzmaterialien, Materialien für Eignungsprüfungen werden für Honduras vorbereitet, und auch mit Sambia wird zusammengearbeitet, wo der Aufbau analytischer Kapazitäten durch die Bereitstellung von Bodenmaterialien unterstützt werden soll.

„Für Analab lässt sich das Kooperationsprojekt zwischen Deutschland und Guatemala mit einer kleinen Kaffeepflanze vergleichen, die 2017 in Guatemala gepflanzt wurde. Sie wuchs kräftig heran, stärkte mit ihren Kaffeebohnen die Qualität der lokalen Labore, und heute werden diese Wissenssamen in andere Kontinente exportiert.“
– Daniel Martínez, Koordinator von Analab







